Die PeTEP-Technik (preperitoneal extended totally extraperitoneal) stellt eine moderne minimalinvasive Methode zur Behandlung von Rektusdiastasen und kleinen bis mittelgroßen Bauchwanddefekten dar. Ziel ist eine anatomische Rekonstruktion der Bauchwand bei gleichzeitig möglichst geringer Belastung für den Patienten. Dabei erfolgt der Zugang vollständig extraperitoneal, wodurch das Bauchfell geschont und ein direkter Kontakt des Netzes mit den inneren Organen vermieden wird. Dies reduziert das Risiko von Verwachsungen und ermöglicht eine stabile, spannungsfreie Versorgung der Mittellinie. In meiner Technik verwende ich bevorzugt einen sogenannten „bottom-up“-Zugang aus der Unterbauchregion. Die Rekonstruktion der Linea alba erfolgt mittels invertierender Geneva-Stitch-Technik, wodurch die geraden Bauchmuskeln wieder zentralisiert und funktionell korrekt ausgerichtet werden. Ein besonderer Vorteil dieses Verfahrens liegt im kosmetischen Ergebnis: Die Zugänge befinden sich in der Bikinizone und sind somit später kaum sichtbar. Dadurch lässt sich neben der funktionellen Wiederherstellung auch ein ästhetisch sehr ansprechendes Resultat erzielen.

Rektusdiastase
Rektusdiastase | Diastasis recti
Leiden Sie an einem vorgewölbten Bauch („Mommy Tummy“) nach mehreren Schwangerschaften oder an starken Rückenschmerzen aufgrund einer Rektusdiastase?
Text
Häufige Fragen zu Rektusdiastase (Diastasis recti)
Was ist eine Rektusdiastase (Diastasis recti)?
Eine Rektusdiastase ist das Auseinanderweichen der beiden geraden Bauchmuskeln (Musculus rectus abdominis) infolge einer Schwäche und Dehnung der Mittellinie (Linea alba). Die Europäische Herniengesellschaft (EHS) spricht ab einem Abstand von mehr als 2 cm von einer Rektusdiastase. Anders als ein Bruch (Hernie) ist sie kein echter Fasziendefekt – die Linea alba ist verbreitert und ausgedünnt, aber nicht durchbrochen. Sichtbar wird sie oft als Vorwölbung der Bauchmitte beim Anspannen („Doming”), umgangssprachlich „Mommy-Tummy” oder Bauchwandschwäche, im Englischen „Diastasis recti”. Am häufigsten tritt sie bei Frauen nach Schwangerschaften, bei Übergewicht und nach Bauchoperationen auf – etwa jede dritte Frau nach einer Schwangerschaft und jede zweite Frau über 50 ist in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.
Kann eine Rektusdiastase Rückenschmerzen verursachen?
Ja, Rückenschmerzen zählen zu den möglichen Beschwerden einer Rektusdiastase – neben einer Instabilität der Bauchdecke, einem Spannungs- und Vorwölbungsgefühl in der Bauchmitte, gelegentlich Verdauungsbeschwerden und selten urogynäkologischen Symptomen. Hintergrund: Die geraden Bauchmuskeln stabilisieren gemeinsam mit der Rumpfmuskulatur die Wirbelsäule und das Becken; weichen sie auseinander, kann die Rumpfstabilität abnehmen. Die genaue klinische Bedeutung der Rektusdiastase ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, und die Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, um andere Ursachen der Rückenschmerzen auszuschließen und die passende Behandlung festzulegen.
Wie wird eine Rektusdiastase behandelt – konservativ oder operativ?
Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß und Beschwerden. An erster Stelle steht meist eine konservative Therapie mit gezielter Physiotherapie, vor allem zur Stärkung der tiefen und seitlichen Bauch- und Rumpfmuskulatur. Physiotherapie kann den Abstand zwischen den Muskeln verringern und unterstützend wirken; für eine gesicherte Verbesserung der Beschwerden ist die Studienlage allerdings begrenzt. Reichen konservative Maßnahmen nicht aus, ist der Muskelspalt groß, bestehen funktionelle Beschwerden oder liegt zusätzlich ein Bruch vor, kann eine operative Rekonstruktion sinnvoll sein. Dabei werden die auseinandergewichenen Muskeln in der Mittellinie wieder gerafft (Plikation der Linea alba) – bei Bedarf mit einem Netz verstärkt. Dr. Teodor Kapitanov ist auf Bauchwandrekonstruktion spezialisiert und bietet dafür moderne minimalinvasive und robotisch-assistierte Verfahren an.
Wann ist eine Operation bei Rektusdiastase notwendig, und wie läuft sie ab?
Häufigste Gründe für eine Operation sind eine belastende Instabilität der Bauchdecke und funktionelle Beschwerden. Als Orientierung gilt (etwa nach schwedischen Leitlinien) ein Muskelspalt von rund 5 cm oder mehr; besteht zusätzlich ein Nabel- oder Bauchwandbruch, wird die Korrektur unabhängig von der Breite empfohlen, da die Diastase ein Risikofaktor für ein Bruch-Rezidiv ist. Bei der Operation werden die geraden Bauchmuskeln in der Mittellinie wieder vereinigt (Plikation der Linea alba), bei Bedarf mit einem Netz verstärkt. Heute stehen dafür schonende, minimalinvasive und robotisch-assistierte Techniken zur Verfügung, etwa r-PeTEP. Weniger geeignet ist eine Operation unter anderem bei fehlender Narkosefähigkeit, schweren Gerinnungsstörungen oder fortgeschrittener Lebererkrankung. Das genaue Vorgehen wird immer individuell im Beratungsgespräch festgelegt.
Bildet sich eine Rektusdiastase nach der Schwangerschaft von selbst zurück?
Eine Rektusdiastase in der Schwangerschaft ist normal – etwa jede dritte Frau ist auch danach betroffen. In den ersten Monaten nach der Geburt bildet sie sich häufig teilweise von selbst zurück, unterstützt durch gezielte Rückbildungs- und Physiotherapie. Besteht der Spalt jedoch etwa ein Jahr nach der Entbindung weiter oder verursacht er Beschwerden, ist eine spontane Rückbildung unwahrscheinlich, und eine ärztliche Abklärung ist empfehlenswert. Dann lässt sich individuell entscheiden, ob weiter konservativ behandelt oder eine operative Korrektur erwogen wird.
Wo kann ich eine Rektusdiastase in Wien behandeln lassen?
OA Dr. Teodor Kapitanov ist Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie in Wien mit Schwerpunkt Bauchwandrekonstruktion (FEBS-AWS – Fellow of the European Board of Surgery, Abdominal Wall Surgery) und robotisch-assistierter Chirurgie. Er begleitet Rektusdiastasen von der Beratung über konservative Empfehlungen bis zur operativen Rekonstruktion. Termine sind online über die Privatordination in der Gentzgasse 70/7, 1180 Wien buchbar.